kurz erklärt

Unkonferenzen

Eine Unkonferenz nach dem Open Space Prinzip ohne Einschränkung bei der Themenwahl. Für Jeden frei zugängliche Weiterentwicklung aus Tim O’Reilly’s „Foocamp“.

Aus der Beobachtung, dass der wirkliche Nutzen bei klassischen Konferenzen nicht in der passiven Frontalbeschallung des Publikums liegt, sondern in der persönlichen Begegnung und dem Austausch auf Augenhöhe während der Pausen zwischen den Vorträgen.

…oder “wenn die Pause zur Konferenz wird”. Diese Beobachtung des Technologie Visionärs Tim O’Reilly war der Grundstein für einen Trend, der klassischen Konferenzen heute viel Gegenwind macht. Die sogenannten “Un-Konferenzen” sind seit einigen Jahren auf dem Vormarsch – und sind in der Lage, erstaunliche Energien freizusetzen.

Alles begann damit, dass der Verleger Tim O’Reilly, der unter anderem den Begriff des partizipativen “Web 2.0″ geprägt hat, Ausschau hielt nach neuen Formatideen für Technologie Konferenzen. Er bemerkte, dass für die meisten Teilnehmer die Pausen der wertvollste Teil einer Konferenz sind. Hier werden – im Gegensatz zur weitgehend passiven “Beschallung” während der Vorträge – aktiv Ideen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und jeder kann zu Wort kommen.

So entstand die Idee, das klassische Prinzip von Konferenzen auf den Kopf zu stellen, und die Pausen zur eigentlichen Konferenz zu machen. Statt Teilnehmern sollen es Teilgeber sein, d.h. jeder kann selbst etwas zur Konferenz beitragen. Die so ins Leben gerufene erste Unkonferenz, das FooCamp (Friends-of-O’Reilly) Camp war auf Anhieb ein Erfolg und führte schon bald zu dem Ruf nach einer für alle offenen Unkonferenz. Ganz im Geek-Stil wurde der Name dafür aus der Programmierung abgeleitet: auf die metasyntaktische Variable “Foo” folgt “Bar” – das erste BarCamp war geboren.

BarCamps sind heute nur noch eine Ausprägung von vielen spannenden Konferenzformaten, die sich deutlich von ihren klassischen Vorgängern abheben. Erinnert die ursprünglich als “Anti-Konferenz” konzipierte TED (Technologie, Entertainment & Design) inzwischen wieder am ehesten an das bewährte Vortragsprinzip, so tritt heute eine ganze Bandbreite an frischen und andersartigen Formaten an:

  • All Things D (digital technology impact from outstanding leaders)
  • Barcamp (open space based & community driven unconference)
  • Big Omaha (open minds on innovation and entrepreneurship)
  • Fifty Kings (haven for 50 selected technology thinkers and doers)
  • Global Ignite (hot geek topics in 20 slides with 15 seconds each)
  • Global Service Jam (service design innovation within 48 hours)
  • Maker Faire (maker movement festival on innovation and creativity)
  • Palomar5 (early stage innovation accelerator driven by open minds)
  • Startup Weekend (founding new startups within 48 hours)
  • SxSW (south by southwest music, film and internet festival)
  • TED (technology, entertainment and design – ideas worth spreading)
  • The Lobby (hand picked, off-record leaders conversation event)
  • XOXO (arts and technology – celebrating disruptive creativity)

Jedes Format setzt dabei einen Schwerpunkt, der vor allem auf das Engagement und die Motivation der Teilnehmer ausgerichtet ist. Die Veranstalter stellen oft nur den Rahmen. Inhalte und Schwerpunkte bestimmen die Teilnehmer dagegen meist in Selbstorganisation. Im Ergebnis entstehen sehr intensive Veranstaltungen, die den Teilnehmern in langer Erinnerung bleiben und deren Ergebnisse oder Auswirkungen oft weit über das Event hinausreichen.

Unternehmen können diese kreativen Energien nutzen, wenn sie sich an einer Reihe von Erfolgsfaktoren orientieren. Die Kunst, Unkonferenzen zu gestalten, liegt vor allem darin, Freiräume zu geben statt Kontrolle ausüben zu wollen. Die Teilnahme muss auf freiwilliger Basis stattfinden. Dies ist gleichzeitig ein wertvoller Filter, um die eigenen Vordenker und kreativen Köpfe zu identifizieren – sie werden aktiv die Chancen und Möglichkeiten von Unkonferenzen suchen.


de.wikipedia.org/wiki/Unkonferenz/

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