kurz erklärt

Reprap

Open-Hardware-Projekt für einen 3D-Drucker, der seine eigenen Bauteile drucken kann — der sich selbst replizierende Drucker. Schlüsselfaktor für die Maker-Bewegung: demokratisierte Produktion durch Community-getriebene Entwicklung und offene Baupäne.

RepRap steht für „Replicating Rapid Prototyper“ — ein 3D-Drucker, der die meisten seiner eigenen Bauteile selbst drucken kann. Adrian Bowyer entwarf das Konzept 2005 an der Universität Bath mit einer radikalen Prämisse: Alle Baupäne werden sofort und ohne Einschränkung veröffentlicht. Wer einen RepRap hat, kann damit Teile für den nächsten bauen — und so die Maschine exponentiell verbreiten.

Das erste vollständige Modell, Darwin, entstand 2007. Es folgten Mendel, Huxley, Prusa Mendel — jede Generation verbessert durch hunderte Beitragende weltweit. Aus dem RepRap-Ökosystem heraus entstand direkt die MakerBot-Gründung 2009, die 3D-Druck für ein breiteres Publikum erschloss. Thingiverse als Plattform für Baupäne ist ein direktes Nebenprodukt dieser Bewegung.

RepRap ist eines der reinsten Beispiele für Open Innovation in Hardware. Kein Patent, kein Marketingbudget, keine zentrale Steuerung — nur ein Design, das jeder verbessern, bauen und weitergeben darf. Bowyer wollte keine Marktanteile sichern, sondern maximale Verbreitung erreichen. Das Ergebnis: Millionen FDM-Drucker weltweit, die sich alle auf das RepRap-Ökosystem zurückführen lassen.

RepRap verband sich mit Makerspaces und FabLabs als natürlichen Produktions- und Lernorten: Wer einen Drucker bauen wollte, fand dort Gleichgesinnte, Werkzeug und Know-how. Arduino übernahm eine ähnliche Rolle in der Elektronik — zusammen bildeten beide das technische Rückgrat der Maker-Bewegung. Maker Faires wurden zum Festival dieser Kultur: RepRap-Drucker dominierten die frühen Ausgaben.


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