kurz erklärt

EU AI Act

Erste umfassende KI-Regulierung der EU: klassifiziert Systeme nach Risikoklassen und definiert Anforderungen an Transparenz, Sicherheit und Aufsicht.

Der EU AI Act (in Kraft seit August 2024) ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung künstlicher Intelligenz. Er klassifiziert KI-Anwendungen in vier Risikoklassen: unannehmbares Risiko (verboten), hohes Risiko (streng reguliert), begrenztes Risiko (Transparenzpflichten) und minimales Risiko (unreguliert). Hochrisiko-Anwendungen in Bereichen wie Bildung, Beschäftigung, kritischer Infrastruktur oder Strafverfolgung unterliegen umfangreichen Dokumentations- und Prüfpflichten.

Für Unternehmen bedeutet der EU AI Act konkrete Handlungspflichten: Risikoklassifikation eigener KI-Systeme, technische Dokumentation, Konformitätsbewertungen und in bestimmten Fällen die Registrierung in einer EU-Datenbank. Anbieter und Betreiber von Hochrisiko-KI müssen interne Kontrollsysteme aufbauen. Strafen bei Verstößen reichen bis zu 35 Millionen Euro oder 7% des weltweiten Jahresumsatzes.

Der EU AI Act hat globale Relevanz — ähnlich wie die DSGVO setzt er Standards, an denen sich auch nicht-europäische Unternehmen orientieren müssen, wenn sie den EU-Markt bedienen. Für Open-Innovation-Ökosysteme schafft der Act einen Rechtsrahmen: Kooperationen zwischen Unternehmen, Start-ups und Forschungsinstitutionen bei der KI-Entwicklung müssen Compliance-Verantwortlichkeiten klar verteilen.

Der EU AI Act ist das regulatorische Fundament, auf dem AI Governance in Europa aufbaut. Er treibt den Bedarf an Explainable AI — denn Hochrisiko-Systeme müssen ihre Entscheidungen nachvollziehbar machen. AI Literacy wird durch den Act zur Pflichtanforderung für bestimmte Rollen. Wer die KI-Landschaft verstehen will, kommt am EU AI Act nicht vorbei.


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